Logopädische Praxis Lena Dankau

Sprachstörungen bei Kindern

Ein Schwerpunkt in der logopädischen Therapie für Kinder liegt bei der Behandlung von Spracherwerbsstörungen (SES), zum Beispiel durch Probleme bei der Sprachentdeckung, beim Sprachverständnis, im Bereich Wortschatz, bei der Aussprache, bei der grammatikalischen Entwicklung oder bei erzählerischen Fähigkeiten. Weitere Therapiefelder der Logopädie für Kinder sind Störungen des Redeflusses, der Hörverarbeitung (auditiven Wahrnehmung) und des Lese-Rechtschreiberwerbs. Von einer Störung wird dann gesprochen, wenn der Rückstand zur durchschnittlichen Sprachentwicklung 6-12 Monate beträgt und/oder die Kommunikation im Alltag stark beeinträchtigt ist. Je nach Störungsbild werden individuelle Übungen zusammengestellt. Die zu Beginn der Therapie gesetzten Ziele werden spielerisch mit dem Kind erarbeitet. Dabei ist die Beratung der Eltern und des sozialen Umfeldes ein wichtiger Bestandteil. Durch die intensive Beratung werden die Eltern zu "Co-Therapeuten" und tragen entscheidend zu den Therapieerfolgen bei!

-Sprachentwicklungsstörungen (SES) und Sprachentwicklungsverzögerungen (SEV) bei Kindern

Wenn ein Kind sprechen lernt, ist es völlig normal, dass es nicht sofort alle Wort- und Satzkonstruktionen richtig bilden kann. Mit vier bis fünf Jahren sollte es jedoch zum größten Teil grammatikalisch korrekt sprechen können. Ein zu geringer Wortschatz bzw. eine Einschränkung des Sprachverständnisses können Anzeichen auf eine Sprachentwicklungsverzögerung sein. Auffälligkeiten im Bereich der Grammatik können z.B. Auslassungen der Vorsilbe „ge-“ („Ich habe ein Bild malt.“), das falsche Beugen von Verben („Papa laufen“), oder Auslassungen von Wörtern bzw. Umstellung von Sätzen sein („Mama klein ist.“).Einschränkungen im Bereich des Wortschatzes sind beispielsweise daran zu erkennen, dass dem Kind zur Verständigung notwendige Wörter wie Nomen (z.B. Haus, Ball), Verben (z. B. springen, rufen) oder Adjektive/Adverbien (z.B. klein, nett) fehlen und es häufig auf allgemeine Wörter wie "Dings", "machen" oder "da" zurückgreift. Diese Kinder haben auch oft Probleme Wörter in Zusammenhang zu bringen (z.B. „Apfel“ und „Birne“ dem Begriff "Obst" zuzuordnen oder „Fahrrad“, „Auto“ und „Bagger“ dem Begriff "Fahrzeuge"). Da eine Sprachentwicklungsverzögerung häufig ein erhöhtes Risiko für eine Lese-Rechtschreibschwäche darstellt, ist es sehr wichtig, möglichst früh mit einer logopädischen Therapie zu beginnen.

-Late Talker

Als Late Talker werden Kinder bezeichnet, die erst sehr spät anfangen zu sprechen. Ein verspäteter Sprechbeginn liegt dann vor, wenn Kinder mit 24 Monaten weniger als 50 Wörter sprechen und keine Zweiwortsätze bilden können. In anderen Entwicklungsbereichen entwickeln sich Late Talker jedoch altersentsprechend.Nachdem der Grenzwert von 50 Wörtern erreicht ist, kommt es bei Kindern zu einem sogenannten „Wortschatzspurt“. In dieser Phase lernen die Kinder innerhalb kürzester Zeit mehrere hundert Wörter. Mit einem Wortschatz ab 50 Wörtern haben Kinder zudem die Möglichkeit, durch Bildung von Zwei- und Mehrwortsätzen die ersten Erfahrungen in Bezug auf die Grammatik zu sammeln.

Man geht davon aus, dass ca. 13-20% aller Zweijährigen sogenannte Late Talker sind. Etwa die Hälfte aller Late Talker kann ihren Rückstand im Spracherwerb bis zum dritten Geburtstag aufholen. Die verbleibenden Kinder zeigen ab dem dritten Geburtstag eine Sprachentwicklungsstörung und sollten unbedingt logopädisch behandelt werden. Das Risiko einer Sprachentwicklungsstörung kann durch Aufnahme einer Therapie im Alter von zwei Jahren verringert werden. Im Gegensatz zu einer jahrzehntelangen Haltung des „Abwartens“ wird heute eine möglichst frühe Aufnahme der logopädischen Therapie empfohlen.

-Zweisprachigkeit / Bilingualität

Eine spezifische Sprachentwicklungsstörung (SSES) bei Mehrsprachigkeit wirkt sich nicht nur auf die deutsche Sprache, sondern auch auf die Muttersprache aus.
Mehrsprachige Kinder haben häufig zu wenig Kontakt mit der deutschen Sprache und können somit keine Erfahrungen sammeln. In diesem Fall muss vor allem das Sprachangebot erhöht und verbessert werden. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die Sprachförderung im Kindergarten.
Liegt eine SSES vor, sollte so früh wie möglich mit der logopädischen Therapie begonnen werden. Ein verspäteter Sprachbeginn (ab 24 Monaten) in der Muttersprache und ein langsames Entwicklungstempo in beiden Sprachen deuten auf eine SSES hin.

-Phonologische Störung

Als phonologische Störung bezeichnet man das fehlerhafte Aneignen von Sprachlauten. Häufiges Merkmal ist, dass bestimmte Laute durch andere ersetzt oder ganz ausgelassen werden (z.B. das Wort „Kindergarten“ wird „Tinderdarten“ gesprochen).
Eine phonologische Störung liegt dann vor, wenn Laute zwar richtig gebildet, aber in Wörtern nicht richtig eingesetzt werden. So kann ein Kind vielleicht die Laute „k“ und „r“ in verschiedenen Worten benutzen, lässt aber in der Verbindung „Krone“ einen aus und spricht z.B. „Kone“.

-Periphere Hörstörung

Eine periphere Hörstörung (Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit) wird durch eine Erkrankung des äußeren und/oder des Mittel- und/oder des Innenohrs verursacht. Mögliche Ursachen können u.a. häufige Mittelohrenentzündungen mit Paukenergüssen, Risse oder Vernarbungen im Trommelfell oder angeborene Innenohrschwerhörigkeit sein. Die Symptome sind oft ähnlich wie die einer zentralen Hörstörung. Je nach Schweregrad der Störung kann eine periphere Hörstörung durch Operationen oder durch Hörgeräte so ausgeglichen werden, dass wieder eine möglichst normale Hörwahrnehmung zustande kommt. Im Anschluss ist oft Logopädie notwendig, um die Aussprache sowie die auditive Wahrnehmung zu verbessern.

-Zentrale Hörstörung

Zentrale Hörstörung bezeichnet eine Einschränkung der Hörwahrnehmung bei einem normal funktionierenden Hörorgan; Es liegt keine Erkrankung des Ohres oder Verminderung des peripheren Hörvermögens vor. Menschen mit einer zentralen Hörstörung haben Schwierigkeiten beim Zuhören, beim Verstehen und Verarbeiten von auditiven Informationen.
Hinweise für eine zentrale Hörstörung können z.B. sein: Schmerzempfindlichkeit gegen Geräusche, eine verzögerte Sprachentwicklung mit undeutlicher Aussprache, Unsicherheiten beim Richtungshören, Defizite im Sprachverständnis und in der Merkfähigkeit, auditive Ablenkbarkeit sowie später Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten, oder Lese-Rechtschreibschwierigkeiten

-Lese-Rechtschreibstörung (LRS)

Eine LRS zeigt sich anhand von erheblichen und andauernden Schwierigkeiten beim Erlernen von Lesen und Schreiben. Die betroffenen Personen haben Probleme mit der Umsetzung der gesprochenen zur geschriebenen Sprache und umgekehrt. Dabei gibt es keine „typische“ Fehlerart, die nur Kinder mit LRS machen. Sie machen meist die gleichen Fehler, die alle Kinder während des Schriftspracherwerbs machen, nur dass sie sehr viel häufiger vorkommen und länger anhaltend sind.
Meist zeigen sich Schreibfehler darin, dass die Kinder so schreiben wie sie es hören: z.B. „schträken““ statt „strecken“ oder „fil“ statt „viel“. Außerdem werden häufig ähnlich aussehende Buchstaben verwechselt wie „b“, „d“ und „p“.

Ist zusätzlich auch noch eine Leseschwäche vorhanden, zeigt sich diese durch die folgenden Fehler: z.B.: Auslassen, Verdrehen oder Hinzufügen von Wörtern oder Wortteilen, langsame Lesegeschwindigkeit, Verlieren der Zeile im Text, Vertauschen von Wörtern im Satz oder von Buchstaben in Wörtern, Schwierigkeiten bei den Doppellauten genauso wie die Unfähigkeit, Gelesenes wiederzugeben, aus Gelesenem Schlüsse zu ziehen bzw. Zusammenhänge zu sehen oder das Beantworten von Fragen zu Textinformationen

-Mutismus

Der selektive Mutismus bezeichnet eine Kommunikationsstörung, die vorwiegend im Kindes- und Jugendalter auftritt. Sie kennzeichnet sich dadurch, dass die Betroffenen gegenüber einem bestimmten Personenkreis trotz einer guten Hör- und Sprechfähigkeit unfähig sind zu kommunizieren. In vertrauten Situationen hingegen, z.B. innerhalb der Familie, sprechen Kinder mit selektivem Mutismus meist verhältnismäßig viel. Sobald jedoch eine fremde Person hinzukommt, kann es sein, dass das betroffene Kind wieder verstummt. Eine direkte Ursache ist hierzu nicht bekannt. Sowohl psychologische als auch physiologische Faktoren (z.B. familiäre Veranlagung, Entwicklungsstörungen) oder eine Kombination aus beidem können hierbei eine Rolle spielen. In den meisten Fällen liegt jedoch eine genetische Veranlagung zur Ängstlichkeit und Gehemmtheit vor. Die Diagnose „selektiver Mutismus“ stellt normalerweise der Kinderarzt oder Kinderpsychologe und das im Durchschnitt häufiger bei Mädchen als bei Jungen. Zur Behandlung des selektiven Mutismus gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten (u.a. Sprachtherapie, Familientherapie, Verhaltenstherapie), die individuell abgewogen werden sollten. Auch eine Kombination verschiedener Therapien ist denkbar. Die sprachtherapeutische Behandlung bewirkt in diesem Fall, die Sprechfreude des Kindes zu fördern und ihm zu zeigen, dass die Sprache als hilfreiches kommunikatives Instrument genutzt werden kann.

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Lena Dankau

Bachelor of Health

News

Wir wünschen frohe Weihnachten!

Während das Knusperhaus immer leerer wird, gehen wir auf unsere wohlverdienten Weihnachtsferien zu. Die Praxis bleibt dieses Jahr zwischen den Feiertagen geschlossen. Ab dem 03.01.2017 sind wir wieder für Sie da.
Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien besinnliche und freudenreiche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Adventszeit

Es ist die Vorweihnachtszeit, die selige Zeit unserer Kindheit nach der wir uns sehnen.

Advent, als die Welt noch heil war, die Lichter, die Düfte, die Erwartungen.

Drum können sich unsere kleinen Patienten auf die Adventszeit bei uns in der Praxis freuen.

Unser Knusperhaus steht wieder bereit, um den Kleinen die Vorweihnachtszeit zu versüßen.

 

Wir freuen uns auf die leuchtenden Kinderaugen!

 

Ab sofort auch mobil erreichbar

Damit Sie uns in Zukunft jederzeit erreichen können, sind wir ab jetzt auch unter folgender Handynummer anzutreffen: 01573-6205709.

Julia Kaufmann steigt wieder ein

Wir freuen uns! Julia Kaufmann kehrt nach einjähriger Elternzeit zurück. Sie wird uns ab Mitte Juli wieder tatkräftig unterstützen. Wir wünschen ihr einen guten Start!

Wie schnell die Zeit vergeht!

Wie schnell die Zeit vergeht! Seit dem 7. April 2016 sind wir schon ein Jahr in der Praxisgemeinschaft anzutreffen. Wir bedanken uns bei allen Patienten ganz herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!